Leistungsbeschreibung

7. Fachliche Ausrichtung der Leistung & angewandte Methodik

Das Angebotskonzept greift auf die in der Sozialarbeit etablierten Basismethoden zurück. Diese Methoden werden unter der waldorfpädagogischen Gesichtspunkten ergänzt und erweitert.

7.1. Beschreibung der fachlichen Ausrichtung

Die Begegnung mit dem Kind oder Jugendlichen ist zum einen eine Begegnung mit einer bestimmten Altersstufe, zum anderen die Begegnung mit einer bestimmten sozialen Umgebung und die Begegnung mit einer ganz bestimmten Zeitsituation mit ihren zivilisatorischen Erscheinungen.

Alle diese Begegnungen dienen dem Ziel, dem Individuum so gerecht zu werden, dass es sich in diesem Alter, in diesem sozialen Umfeld und in dieser Zeit selbstständig zur Erscheinung bringen kann.

Daher muss von den betreuenden Fachkräften erwartet werden, dass sie zu all diesen Gegebenheiten selber eine innerlich lebendige Beziehung herstellen, das heißt, sich bemühen, wache Zeitgenossen zu sein, die in der Welt mit viel Verständnis stehen, die einen Sinn für Sozialprozesse haben und einen liebe- und verständnisvollen Blick für die unterschiedlichen altersspezifischen Entwicklungsbedingungen, vor allem aber Respekt vor der Unantastbarkeit der Würde des Individuum und dem individuellen Entwicklungsweg, auch bei schwersten Schicksalsbedingungen, der vor jedem Kind und jedem Jugendlichen liegt. Dies verlangt von den betreuenden Fachkräften eine kreative Grundhaltung, eine hoch reflektierte Arbeitsweise und die Bereitschaft, in ständiger Übung die eigene Beobachtungsgabe weiterzuentwickeln. All dies ist nur möglich, wenn sich die Erziehenden fortwährend selber erziehen.

Die daraus entstehenden Befähigungen, nach langjähriger Umsetzung dieses Anspruches, geben dem Heidjerhof seine besondere Qualität und Stärke im Umgang und der Förderung für Kinder mit besonders schweren Beeinträchtigungen und Schicksalsbürden.e

7.2. Benennung der in der Hauptsache angewandten Methoden 

Die pädagogischen Maßnahmen sollen generell 
  • Vertrauen und Akzeptanz stärken
  • gleichzeitig aber auch eine kritische und fachlich geprägte Distanz gewährleisten.
Methodische Eltern- und Familienarbeit soll
  • bestehende Bindungen emotional stabilisieren
  • Ressourcen des Elternhauses aktivieren, fördern und stärken
  • die Akzeptanz und Unterstützung der Maßnahme fördern
  • die Partizipation ermöglichen
  • Hilfestellung in Erziehungsfragen geben
  • Elternverantwortung stärken
  • eine Rückführung in die Familie ermöglichen
Soziale Gruppenarbeit (Lernen in und mit der Gruppe) soll
  • die Wahrnehmung und das Gefühl der Mitverantwortung für die gemeinsame Lebenswelt ermöglichen und fördern
  • Konfliktmoderation / Mediation sicherstellen und dadurch
  • soziale Fähigkeiten, wie Beziehungs- und Konfliktfähigkeit, erüben
Haltgebende Strukturen durch 
  • feste Bezugspersonen 
  • klare Regeln 
  • gestaltete Tages-, Wochen- und Jahresrhythmen sollen
  • Beziehungsfähigkeit und Beziehungskonstanz erreichen
  • altersbedingte Frei- und Entscheidungsräume ermöglichen
  • die Handlungssicherheit und emotionale Stabilisierung fördern.
  • Alltagsstrukturen und freie Entfaltungsmöglichkeiten in ein ausgewogenes Verhältnis bringen
  • und dadurch die Partizipation an allen Lebens- und Hilfeprozessen ermöglichen und sicherstellen.
Aus der Gemeinschaft herauswachsenden ältere
Jugendliche und junge Volljährige sollen
  • in einer gesonderten Wohnsituation die Verselbständigung erproben
  • auf die Beendigung der Maßnahme und den Beginn von Anschlussmaßnahmen oder im eigenen Wohnraum vorbereitet werden.